Verursacherprinzip

Verursacherprinzip

Verursacherprinzip – Was bedeutet das?

Das Verursacherprinzip besagt, dass derjenige die Kosten für archäologische Untersuchungen zu tragen hat, dessen Bauvorhaben die Zerstörung oder Beschädigung von Bodendenkmälern notwendig macht. Der Begriff Bodendenkmal wird hier mit einer Fundstelle gleichgesetzt.

Gründe für die Anwendung des Verursacherprinzips sind das öffentliche Interesse an den archäologischen Quellen und dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn über unsere Geschichte, sowie die unwiederbringliche Natur der Bodendenkmäler. Es handelt sich dabei nicht um nachwachsende Rohstoffe. Sind sie erst einmal durch den Bagger zerstört, sind sie für immer verloren und sollten zuvor zumindest von Archäologen dokumentiert worden sein.

Das Verursacherprinzip gilt in allen deutschen Bundesländern. Rechtliche Grundlage ist die Charta von Malta/ La Valetta, in der das Europäische Übereinkommen zum Schutz des Archäologischen Erbes enthalten ist (Art.6). Deutschland ist diesem Abkommen im Jahr 2003 beigetreten, in den einzelnen Bundesländern gibt es Unterschiede in der Umsetzung des Verursacherprinzips, die mit dem Förderalismus in der Denkmalpflege zu tun haben (s.u.).

Um den Investor vor zu hohen Kosten zu schützen, gilt weiterhin das Prinzip der Zumutbarkeit, welches bei der Planung berücksichtigt wird.
Gelten die Kosten als nicht zumutbar, stehen dem Bauherrn ggf. staatliche Förderungen und Steuererleichterungen zu. In der Regel machen die Kosten für archäologische Voruntersuchungen aber nur einen geringen Bruchteil der Gesamtkosten aus.

Gerne beraten wir Sie hinsichtlich der zu erwartenden Kosten und über die verschiedenen Möglichkeiten, diese möglichst gering zu halten.