Vermessung

Zu jeder Dokumentation gehört eine Vermessung und ein daraus resultierender Vermessungsplan.

Mit unserer modernen Vermessungstechnik können wir höchst effizient und zeitsparend alle nötigen Messungen vor Ort nehmen und einen den Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes entsprechenden Vermessungsplan erstellen. Drohnenaufnahmen ergänzen und vervollständigen unsere Pläne und ermöglichen eine sehr gute Übersicht.

Darüber hinaus lassen sich archäologische Strukturen häufig sehr gut mittels dreidimensionaler Techniken wie Structure from motion (SfM) darstellen – so kann eine Befundsituation am Computer digital wieder auferstehen, obwohl das Original bereits zerstört oder entnommen wurde. Geländereliefs lassen sich mithilfe von LIDAR Daten am Computer abbilden und auf archäologische Auffälligkeiten hin überprüfen.

Der Einsatz moderner Technik kann im Feld für eine große Zeitersparnis sorgen, z.B. weil zugunsten von Fotogrammetrie auf Handzeichnungen verzichtet wird. Gerade bei eiligen Bauvorhaben oder Baustellen mit Sicherheitsbedenken (z.B. durch einen drohenden Mauereinsturz) kann der Einsatz solcher Techniken von Vorteil sein. Wir sprechen diesen Einsatz immer mit Bauherr und dem zuständigen Amt ab, damit die jeweils perfekt auf Sie zugeschnittene Lösung zum Einsatz kommt.

Archäologie wird immer möglichst genau in einem vereinheitlichten System vermessen.

Dies passiert zum einen, um zu gewährleisten, dass spätere Bearbeiter der archäologischen Fläche nachvollziehen können, an welcher Stelle Archäologie vorhanden ist oder war.

Die Vermessung ist demnach ein weiterer Bestandteil der archäologischen Dokumentation, der helfen soll, diese für die Nachwelt verständlich und zugänglich zu konservieren.

  • Beispiel : Auf einem Nachbarfeld wurde von einigen Jahren von einer Grabungsfirma gegraben und Archäologie aufgedeckt und vermessen. Die jetzige Firma, welche auf dem neuen Feld gräbt, kann nun den alten Vermessungsplan der ehemaligen Firma einsehen und damit beurteilen, welche und wie viel Archäologie auf ihrem Feld zu erwarten ist.

Zum anderen hilft die Vermessung oftmals dabei, größere archäologische Strukturen besser sichtbar zu machen.

  • Beispiel : In einem Feld mit vielen modernen Störungen – bspw. durch moderne Kabellegungen – werden mehrere Befunde aufgedeckt. Vor Ort ist deren Zusammenhang nur schwer zu erkennen, auf dem fertigen Vermessungsplan ist hingegen, durch Ausblenden diverser Störungen, schnell ein Langhaus zu erkennen.

Eine gute örtliche Vermessung hilft uns Archäologen demnach auch in der wissenschaftlichen Auswertung unserer aufgedeckten Fundstellen. Vermessungspläne sind ebenso ein hervorragender Weg der Veranschaulichung, beispielsweise mehrerer zeitlicher Phasen einer Siedlung.

Wie in den „Vorgaben zur Dokumentation archäologischer Ausgrabungen in Bayern“ des Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erklärt wird:

„Die Qualität einer Grabungsvermessung ist nicht nur abhängig von ihrer „inneren“ Genauigkeit/Stimmigkeit, sondern ebenso sehr von der Genauigkeit ihrer Einpassung in übergeordnete Lage- und Höhensysteme („äußere“ Genauigkeit). Nur bei guter „äußerer“ Genauigkeit lassen sich z.B. Folgegrabungen nahtlos anschließen. Die Lage- und Höheneinpassung sind so eindeutig zu dokumentieren, dass sie von einer vermessungstechnisch vorgebildeten Fachkraft nachvollzogen werden können“