Archäologie erklärt – Post 3

Heute etwas, dass uns sehr am Herzen liegt, etwas ausholender erklärt:

Archäologie schützen, macht das denn Sinn?

Nunja – frei nach dem Thema: Was weg ist, ist weg!

Das heißt: wenn die Archäologie, welche oftmals Jahrtausende zuvor im Boden überdauert hat, einmal weggebaggert wurde – weil beispielsweise unbeobachtet gebaut wurde – dann ist von dieser Fläche keinerlei Aussage mehr zu treffen. Egal ob hier das eine fehlende Indiz oder der besondere, geschichtsschreibende Fund war – sobald Archäologie einmal ‚weggeschafft‘ wurde, kann man eigentlich keine Aussage mehr dazu treffen.

Wichtig: selbst, wenn im Nachhinein noch bspw. ein Schwert aus dem weggebaggerten Erdhaufen rausgezogen wird und einem Archäologen vorgelegt wird – das Objekt alleine, ohne seine umgebenden Informationen, nützt, gelinde gesagt, recht wenig.
Natürlich könnte man zwar noch ein paar Aussagen treffen – beispielsweise über Metallart und Verarbeitung. Aber das wirklich Interessante – ob es beispielsweise aus einem Grab oder aus einer Siedlung kam, wie diese datiert, welche Besonderheiten dieses Schwert umgaben – all das ist verloren, wenn es nicht im Vorhinein dokumentiert wurde.

Ebenso besonders wichtig hervorzuheben ist, dass mit jeder verlorenen Archäologie ein Stück Geschichte verloren geht. Nicht Geschichte eines einzelnen, sondern der gesamten Bevölkerung, eines jeden!
Es ist im Interesse aller, die eigene Geschichte für die Zukunft zu erhalten – das Interesse eines einzelnen, diese zu zerstören, um beispielsweise möglichst schnell und billig dort bauen zu können, kann das Allgemeininteresse nicht aufwiegen.

Auf diesem Gedanken beruht auch das Verursacherprinzip, auf welches wir auf unserer Website bereits umschrieben haben (https://archaeologie-wolff.de/2019/10/09/verursacherprinzip/).