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Befund vs Fund

Eines der häufigsten Missverständnisse in der Archäologie ist der Unterschied zwischen Befund und Fund.

Ein Fund bezeichnet ein Fundstück, also einen Gegenstand: eine Münze, ein Steinartefakt, eine Keramikscherbe.

Ein Befund hingegen bezeichnet ein nach einer Untersuchung oder Prüfung festgestelltes Ergebnis. In der Archäologie bedeutet das konkret, die Fundumstände bzw. der Fundkontext – und diese sind für Archäologen häufig wichtiger als das Fundstück selbst. Denn erst durch die Einbettung des Fundstücks in seinen Kontext gewinnt der Fund seine wissenschaftliche Bedeutung.

Für Laien ist manchmal schwer zu verstehen, warum ein Archäologe sich z.B. für eine Bodenverfärbung mehr interessiert als für ein Fundstück. Fakt ist: das Fundstück alleine ist oft wenig aussagekräftig. Der Fundkontext sagt aus, aus welcher Zeit es stammt, wo und wie es in den Boden gelangte (ob es z.B. verloren ging oder absichtlich dort platziert wurde), wo und wie es ggf. verwendet wurde und wie sich das Fundstück ganz allgemein zu der untersuchten Zeitstellung und dem untersuchten Ort verhält.

Ohne diese Informationen bleibt der Fund stumm!

Hier liegt der Hauptunterschied zwischen professionellen Archäologen und Raubgräbern, und (leider) vielen Sondengängern, die es einzig auf die Funde abgesehen haben und den Fund ohne seinen Fundzusammenhang aus dem Boden reißen. Ist der Kontext nicht mehr nachvollziehbar, bleibt das Fundstück stumm. Es verrät möglicherweise noch etwas über die handwerklichen Techniken, mit denen es hergestellt wurde, aber alles andere ist verloren.

Einen Befund zu erkennen und zu verstehen, ist nicht einfach. Es braucht nicht nur archäologische Fachkenntnis, sondern auch Grundwissen in Bodenkunde und Geologie.
Feine Unterschiede in den Erdschichten sind für das ungeübte Auge mitunter unsichtbar. Verfärbungen im Boden, die von jüngeren Bodeneingriffen oder beispielsweise vergangenen Bäumen stammen, müssen von archäologischen Befunden unterschieden werden.
Häufig wird dasselbe Areal in unterschiedlichen archäologischen Zeitstellungen genutzt, so dass z.B. bronzezeitliche und eisenzeitliche Befunde nebeneinander auftreten.
Der Archäologe kann sie für gewöhnlich unterscheiden, auch wenn nicht in allen Befunden Fundmaterial auftritt. Er untersucht und interpretiert das Gesamtbild unter Berücksichtigung aller relevanten Aspekte. Somit sichert er die Informationen für die Nachwelt, ehe sie durch die Ausgrabung bzw. das Bauprojekt unwiederbringlich zerstört werden.

Es ist also nicht damit getan, einen „Fleck“ im Boden zu sehen oder die Tiefe eines in der Erde liegenden Gegenstandes zu messen. Die Befundaufnahme und Interpretation ist ein komplexer Vorgang, der Fachwissen und Erfahrung erfordert – unter anderem deshalb studieren Archäologen ebenso lange wie Ärzte oder Architekten.

Unser Team von ADW ist durch seine Ausbildung und Erfahrung in der Archäologie technisch und wissenschaftlich sehr versiert. Ein sicherer und kompetenter Umgang mit archäologischen Fundstellen und Funden ist immer gegeben.

Wir haben zu unserem Beruf aus Leidenschaft an der Archäologie gefunden und fühlen uns verpflichtet, die bestmögliche Arbeit an und in der Archäologie zu leisten!
Dies treibt uns an, unsere technische und wissenschaftliche Arbeit immer auf dem höchstmöglichen Level zu halten und uns stets weiterzubilden.

Auch unsere Kollegen von Anarchäologie haben zu diesem Thema ein interessantes Video gestaltet: